Was ist DMN?

Was ist DMN? 2017-10-04T15:28:59+00:00

Was ist DMN?

DMN – Ein weiterer neuer OMG Standard

DMN, das für Decision (Entscheidungsmodell) Model und Notation steht, ist ein relativ neuer Standard, der von der OMG verwaltet wird, der Organisation, die auch schon die BPMN entwickelt hat. Wir haben uns der DMN angenommen und eine umfassende DMN Schulung für Sie entwickelt. Die DMN muss sowohl von Geschäftsanalysten als auch den Stakeholdern verstanden und anwendbar sein, d.h. die Entscheidungsregeln müssen in Vollständigkeit und Konsistenz nachvollziehbar sein. DMN bietet beides.

Beschreibung der Entscheidungslogik

Wo die BPMN-Modelle die Norm für die Beschreibung der Sequenzen von Aktivitäten für die alltägliche Geschäftsprozesse einer Organisation stellen, gab es vor DMN keinen vergleichbaren Standard zur Beschreibung der komplexer Entscheidungslogik. Als Beispiel dafür könnte die Preisgestaltung bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie für die Zulassung von Darlehensanträgen dienen.

Oft wurde diese Logik starr eingebettet in ein Unternehmenssystem. Um eine Entscheidungslogik zu erstellen, die auf Ihr eigenes Geschäft angepasst ist, benötigen Sie typischerweise ein Business Rule Management System (BRMS). BRMSs haben sich als leistungsstarke, effektive Werkzeuge erwiesen, der Nachteil ist aber, dass jeder Anbieter seine eigene werkzeugspezifische programmiererorientierte Regelsprache hat. Um eine Entscheidungslogik festzulegen, müssen die Fachbereiche (Business Stakeholders) diverse Geschäftsanforderungsdokumente erstellen, die von den Programmierern interpretiert und übersetzt – oft unvollständig – in die Regelsprache eingegeben werden, dem ein langer Test- und Revisionszyklus folgt.

Geschäftsanforderungen für das Entscheidungsmanagement können zwei Formen annehmen: Entweder Sie bestehen aus einfachem, unstrukturiertem Text, mit dem es aber unmöglich ist diesen auf Vollständigkeit und Konsistenz zu überprüfen oder auf Entscheidungsmodellen, die auf einer geschäftsfreundlichen Schnittstelle und Struktur basieren. Sie sind verifizierbar und können leichter in die Regelsprache für die Ausführung übersetzt werden.

Entscheidungsmodelle sind eindeutig die bessere Wahl, aber das Problem ist, dass diese Modelle BRMS-spezifisch sind. Jedes Werkzeug hat seine eigene Modellierungssprache! Auf Unternehmensebene haben viele Finanzinstitute, Regierungsbehörden und andere Organisationen mehrere BRMSs installiert und dies schafft zusätzlich Probleme bei Training, Support und Wartung.

Tools

DMN ist eine werkzeugunabhängige Notation für Entscheidungsmodelle, die von erfahrenen Praktikern von FICO, Oracle, IBM, KPI / Sapiens und anderen entwickelt wurde. Neue DMN-basierte Instrumente für die Entscheidungsmodellierung werden von der BRMS getrennt, mit der Fähigkeit, ihre unternehmensfreundlichen und überprüfbaren Modelle in die Regelsprachen der beliebten Business-Regel-Engines zu übersetzen. Der Vorteil einer branchenüblichen Notation für die DMN (Entscheidungsmodellierungsnotation) sind kostengünstigere Werkzeuge und ein besseres Angebot an Schulungen und Support.

Offener Standard

DMN ist ein offener Standard. Wie die BPMN ist das Konzept und Format nicht das geistige Eigentum eines einzelnen Toolherstellers oder Beratungsunternehmens. Die DMN 1.0 wurde offiziell im September 2015 veröffentlicht, aber die Implementierer sollten sich auf DMN 1.1 konzentrieren, die im Dezember 2015 fertiggestellt wurde und im Jahr 2016 veröffentlicht wurde. Darin wurden einige Probleme bezüglich Metamodell und Schema behoben.

Hauptmerkmale

Die beiden Hauptmerkmale der DMN sind das Entscheidungsbedarfsdiagramm (DRD) und Entscheidungstabellen. Die DRD beschreibt die Abhängigkeiten einer Entscheidung (Rechteckform) auf andere unterstützende Entscheidungen und Informationsquellen, die als Eingabedaten bezeichnet werden (ovale Form). Zu diesen unterstützenden Entscheidungen gehören menschliche Entscheidungen und externe Entscheidungen – zum Beispiel von einem Warenwirtschaftssystem oder einem externen Dienstleistungsbüro – für das die Entscheidungslogik im DMN-Modell nicht definiert ist. Im Gegensatz zu anderen Entscheidungsmodifikationsnotationen wie dem Entscheidungsmodell (TDM) von Sapiens kann die Ausführung einer Entscheidung an der Spitze eines DRD mehrere Schritte in der Zeit aufteilen, so dass es in der Lage ist, in einem einfachen Bild die End- to-End-Logik komplexer Geschäftsentscheidungen zu beschreiben.

Um kontrollierbar zu sein, müssen die Elemente innerhalb jeder Zelle einer Entscheidungstabelle – ebenso wie der Text, der in einem wörtlichen Ausdruck verwendet wird – auf einer formalen Ausdruckssprache basieren. Das ist der schwierige Teil, denn das Ziel ist schließlich, dass die Ausdruckssprache der Fachbereiche (und Business Stakeholdern) verwendbar ist, aber zugleich ausdrucksstark genug ist, um eine realistische Entscheidungslogik abzubilden. Ansonsten sind wir wieder in den schlechten alten Tagen der textbasierten Anforderungen, die von Programmierern interpretiert und übersetzt werden müssen. DMN muss eigentlich eine eigene Ausdruckssprache erfinden, genannt FEEL. Entscheidungs-Tabellen, wie oben genannt, verwenden eine einfache Teilmenge von FEEL namens S-FEEL. FEEL bietet allerdings eine breitere Palette von Funktionalitäten, als die Regeln der kommerziellen BRMSs. Wir warten immer noch auf DMN-Tools, um FEEL voll auszuschöpfen, aber das wird nicht mehr lange dauern.

Das sind die ersten Schritte der DMN. Die wichtigsten Vorteile sind die Werkzeugunabhängigkeit und sie ist business-freundlich. Die DMN basiert auf einem offenen Standard und auf der Grundlage eines offenen Prozesses. Sie erstellt Modelle, die präzise, überprüfbar sind und – sobald die DMN im vollem Umfang in Tools implementiert ist – bereichert mit mehr Funktionalität als proprietäre Regelsprachen. DMN ist die Zukunft von Business Decision Management!

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DMN as a Decision Modeling Language

This post is a transcript of my keynote at RuleML/DecisionCamp on July 8, 2016.

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